Der Pressemarkt in Deutschland ist ein wenig seltsam. Auf der einen Seite fehlen uns dedizierte nationale Tageszeitungen, die miteinander in Konkurrenz stehen [Die Welt ist die einzige], andererseits haufeln sich zumindest in Hamburg die Anzeigenblätter. In wirklicher Konkurrenz stehen die allerdings auch nicht, kommen sie doch überwiegend aus dem Wochenblattverlag, der zu Axel Springer gehört.
Die Wochenblätter erscheinen, wie der Name sagt, einmal die Woche für jeweils eine Handvoll Stadtteile. vor einiger Zeit kam das Hanse Journal dazu. Es erscheint zum Wochenende, auch hier wird ein Stadteilbezug angegeben [siehe Foto, zweite Unterzeile]:
In der gleichen Unterzeile weist sich das Blättchen für ‘Hamburg am Wochenende’ als journalistische Postille aus, Nachrichten aus der Stadt … Deutlich zu erkennen an der Titelseite.
So nebenbei bemerkt, dieses Hanse Journal stammt aus Hamburg-Eidelstedt, das zwischen Bahrenfeld, Lurup, Stellingen und Schnelsen liegt. Was Poco Domäne immerhin gut genug war, richtig Geld in die Hand zu nehmen, um potenzielle Käufer in den tiefen Süden oder nach Osten zu locken. Selbst die Altonaer Filiale ist nicht wirklich gleich um die Ecke.
Das Interessante ist die Chuzpe mit der Werbung – ein redaktioneller Teil ist auch im Innern nur schwer und mit weiter Auslegung zu finden – als Nachrichten ausgegeben werden. Selbst die Titelseite vermeldet nur ‘20% Rabatt’, einen journalistischen Wert kann ich nicht entdecken. Vielleicht aber ist dies das Modell der Zukunft. Vielleicht interessieren sich die Menschen wirklich nur noch für Rabattschlachten und billige Holzresteverwertung.

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